Genova – città antifascista // Zur Messerattacke auf einen genuesischen Antifaschisten

Demo nach dem Angriff in Genua | Quelle: Facebook    @ Genova Antifascista

Genova – città antifascista

Zur Messerattacke auf einen genuesischen Antifaschisten

Am späten Abend des 12. Januar wurden Antifaschist*innen in Genua überraschend von Nazis attackiert, während sie Plakate für eine Demonstration klebten. Die Gruppe von ca. 30 Neonazis war mit Messern, Flaschen und Gürteln bewaffnet1. Bei dem Angriff erlitt einer der Antifaschisten eine schwere Stichwunde am Rücken, überlebte jedoch.

Die Angreifer können dem neuen Casa Pound in Genua zugeordnet werden, welches erst im November letzten Jahres eröffnete. Casa Pound ist eine neonazistische HausbesetzerInnenbewegung und Partei, die sich einen sozialen Anstrich gibt, tatsächlich aber klar rassistische und faschistische Positionen vertritt und durch vermeintlich gemeinnützige Arbeit die italienische Bevölkerung für ihre Ziele gewinnen will. Die Bewegung, die sich auf den Mussolini-Anhänger Ezra Pound bezieht, eröffnete seit ihrer Gründung im Jahr 2003 in mehreren italienischen Städten eigene Zentren – so nun auch in Genua, einer Stadt, die zuvor eher von starken antifaschistischen Strukturen geprägt war und in der es wenig nennenswerte Naziaktivitäten gab.

Die Nazis aus dem neuen Casa Pound versuchen inzwischen, ihre faschistische Ideologie an Genueser Schulen und in den Arbeiter*innenvierteln zu verbreiten und das nach eigenen Angaben durchaus erfolgreich2. Ihre Aktivitäten und Anwesenheit werden zu einem immer größeren Problem und stellen eine erhebliche Gefährdung für lokale Antifaschist*innen dar, wie der Angriff vom letzten Wochenende auf erschreckende Weise zeigt.

Ca. 300 Menschen demonstrierten am 20.01.2018 in den Straßen Genuas | Quelle: Facebook @ Genova Antifascista

Am vergangenen Samstag gingen daher ca. 300 Antifaschist*innen in Genua auf die Straße, um gegen das Casa Pound zu demonstrieren und ihrer Wut und ihrem Entsetzen über die Attacke Ausdruck zu verleihen.

Zudem ist für Samstag den 3. Februar eine große Demonstration gegen faschistische Tendenzen in der Regierung, die europäische Abschottungspolitik, das Erstarken rechter Strukturen und die Schließung libertärer Zentren geplant3.

Genua bleibt antirassistisch, antisexistisch, antikapitalistisch und solidarisch!

Wir senden unsere Grüße und unser Mitgefühl an alle genuesischen Genoss*innen, die sich den FaschistInnen in den Weg stellen!


3 // Für diese Demonstration (Facebook-Event) plakatierte der am 12. Januar angegriffene Antifaschist.

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